Fünf Fragen an… M.BilaLonyen

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m.bilalonyenAm 10. Mai ist es soweit! Die EP “Beste Zeit unseres Lebens” von Manuellsen, Lonyen und dem Gitarristen Michael Brettner, oder kurz: “M.BilaLonyen” geht als kostenloser Download bei den Jungs von HipHop.de an den Start.
Nun haben wir uns Lonyen kurzfristig geschnappt, um ihm unsere fünf fragen zur EP und Hip Hop zu stellen.

Hi Leute, vielen Dank für eure Zeit. Alles fit bei euch?
Alles top und selbst?

1. Wie kam es zum Zusammenschluss von M.BilaLonyen?
Die erste Idee musikalisch in diese Richtung zu gehen, kam mir als ich mich mit Michael Brettner traf um ein Rock-Soul-Projekt mit weiblichem Gesang zu planen. Parallel dazu wollte ich erst noch für mich ein kleines Hip Hop Release realisieren und fand wieder Spaß am Produzieren. Anfangs plante ich ein Album zu produzieren mit Boom-Bap und Styles-p-artigen Beats und Reggae Einflüssen. Ich hatte bereits 3 bis 4 Songs angefangen und mit analogem Equipment herumexperimentiert.
Zu der Zeit kam dann gerade das Max Herre Album raus und ich hab die Produktionen hart gefeiert. Irgendwie wollte ich das alles vermischen und einen Sound haben, der organisch klingt. Dann hat Motrip angekündigt, dass er eventuell gerne sein Album in meinem Studio recorden würde und ich probierte zusammen mit Produzent Fonty ein paar Sachen mit Realdrums aus, um das Trip zu zeigen.

Fonty brachte seinen Nord Synth mit weil ich die Idee hatte soviel wie möglich schon beim aufnehmen über die SSL zu ziehen, um einen warmen Sound hinzubekommen und ich spielte also Drums und was dabei rauskam war der Beat zu SSL und Candlelight. Am nächsten Tag führ ich in den nächst größeren musikladen und kaufte mir das Nord Keyboard selbst, denn ich wusste jetzt genau, dass dies der Sound, ist den ich will. Von da an beschäftigte ich mich ein paar Monate nur mit Produzieren und Mischen, um da etwas nach vorne zu kommen und produzierte die restlichen Beats dann im Alleingang – dennoch im selben Stil.

Anschließend nahmen wir erst die Hooklines auf, damit ich dann in Ruhe die Rap-Texte perfektionieren und thematisch anpassen konnte. Zum Schluss kamen die Gitarren, die erst als ganz leise als zusätzliches Bestandteil der Beats geplant waren. Allerdings wurden die so geil, dass ich die in der Mixing-Phase viel lauter und dominanter gemacht habe als geplant – so kam dann dieser rockige Charakter zustande.

2. Am 10. Mai erscheint eure EP mit dem Titel “Beste Zeit unseres Lebens”. Was wird den Hörer erwarten?
Eine EP, die drei Vollblutmusiker produziert haben und dabei die besten Zeit ihres Lebens hatten.

3. Wie haben eure Featuregäste auf eure Anfrage reagiert und was haben sie vom “M.BilaLonyen” Sound erwartet? 
Ursprünglich waren keine Features geplant. Zu diesen kam es erst als die Jungs bei mir im Studio waren, um einige Tracks zu recorden und Motrip den Song „Wer von euch“ hart gefeiert hat. Zu dem Zeitpunkt war er bereits fertig. Es hat sich dann so ergeben, dass er und sein Bruder sich dann einen Part drauf geteilt haben.

Bei Raf war es so das er auch gerade bei mir aufgenommen hat für ein Feature mit Vega und danach hat er schnell noch den Part geschrieben und eingerappt. Die Features sind eine kleine Zugabe gewesen, denn die Tracks waren eigentlich schon komplett fertig. Und im Video zu „Wer von euch“ ist zum Beispiel Motrips Part nur als DJ-Cuts rudimentär vorhanden.

4. Was sind eure weiteren Pläne? Wird es abhängig sein vom Feedback auf eure EP oder habt ihr schon einen festen Fahrplan?
Uns ging es primär erstmals darum einfach diese EP zu machen und die ist einfach über ein halbes Jahr entstanden indem wir uns immer mal wieder getroffen haben. In dem Fall, dass die Fans das Teil feiern und es eine Nachfrage nach mehr davon gibt, sollte einen zweiten Teil nichts im Weg stehen. Das Studio ist bei mir im Haus und Michael und Manuell sind immer wieder mal zu Besuch. Vielleicht machen wir ja demnächst auch was total anderes.

5. Wo seht ihr den deutschen Hip Hop in zehn Jahren? Wo wird die Reise eurer Meinung nach hingehen?
Schwierig zu sagen. Ich bin ja schon etwas älter und habe die Anfangszeiten des deutschen Raps mitverfolgen können. Vom Prinzip her ist es ja immer zeitversetzt ein Spiegel von dem was in Amerika und Frankreich passiert. Von dem her hätten wir ja sogar ne Vorreiterrolle mit dem M.Bilalonyen-Sound, denn in Amerika ist so was ja Standard.

Fler macht ja gerade auch sehr amilastige Sachen während Haftbefehl, Raf und Azad zum Beispiel mehr den französischen Weg gehen. Man muss aber sagen, dass Deutschrap inzwischen eine krasse Entwicklung, zumindest reimtechnisch, durchgemacht hat. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass wir bessere Texte haben als die Amis selbst. Nimm einfach mal Motrip, Joker oder Vega. Die schreiben derartig komplex mit mehrsilbigen Reimen, Reimketten zwischen und Rückholreimen, dass sie das was Leute wie Styles-P begonnen haben auf die Spitze treiben.

Bei den Amis klingt ja sogar ein whacker Text schon gut, weil die eine flüssigere Sprache haben. Wir müssen da mehr bieten mit unserer harten Aussprache. Wenn sich Deutschrap in dem Tempo weiterentwickelt, kommen bestimmt noch Krasse Sachen zustande. Ich denke auch, dass es wieder etwas mehr „back to the roots“ geht, aber mit einem neuen Flavour oder wie man heute sagt “swag”. 
In der Musik gibt es immer eine Wellenform. Ich würde mir wünschen, dass auch inhaltlich mal irgendwas Neues passiert und Dogmen etwas aufgebrochen werden.

Möchtet ihr den Heads da draußen noch etwas sagen? 
Ja, unbedingt. Hört euch die EP an. Es steckt Herzblut und Liebe zur Sache drinnen und das kann keiner dir mit Geld bezahlen und für die Hater: haten ist vergebens, denn wir haben die „Beste Zeit unseres Lebens“.

Vielen Dank für eure Zeit und viel Erfolg beim Release!
Wir danken euch für den Support.

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