Interview mit Awe

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Nachdem mein lieber Kollege euch ein paar Interviews mit Jungs und Mädels geliefert hat, die den stimmlichen Beitrag zur Musik leisten, hab ich den Produzenten Awe zum Interview geladen. Denn der Beat ist das, was zumindest bei mir den Ohrwurm auslöst.

Interview mit Awe

Was zuerst: der Beat oder der Text?

Ich für meinen Teil sage „First there was the beat“, wie die gleichnamige DVD, aber es gibt auch Rapper, die gerne zuerst einen Text schreiben und danach den passenden Beat suchen. Für mich gibt der Beat aber klar die Struktur von einem Song vor. Er fängt die Grundstimmung ein und muss beim Rapper, das passende Gefühl auslösen.

Wann hast du angefangen zu produzieren?
Nachdem ich mit 19 keine Lust mehr auf das Dj- Ding hatte, was ich 7 Jahre gemacht habe, habe ich angefangen Beats zu machen. Mein Nachbar, der Electro Dj ist und zudem Zeitpunkt auch schon produziert hat, hat mir ein paar Basics gezeigt und dann hab ich das Ganze nur mit HipHop gemacht. Harmonielehre, Akkorde, Rhythmen und alles andere, habe ich mir mit der Zeit selbst beigebracht. Sowas ist zwar mühsam, aber du verstehst somit irgendwann zu 100% was du machst und bringst deinen workflow schnell vorwärts.

Woher nimmst du deine Inspiration?
Viel Inspiration kommt von anderen Künstlern, von Lebenssituationen sowie, wenn ich die letzte Kippe am Abend rauche. Ich höre jede freie Minute Musik und manchmal kombiniere ich einfach Drums aus einem Song mit den Instrumenten aus einem anderen Song. Das klingt jetzt zwar stark nach „der kopiert ja alles“ aber im Endeffekt klingt das dann immer nach mir. Es ist die alte Zündschnur Logik. Wenn mich was anfixt, lass ich es krachen. (Lacht)
Ansonsten produziere ich oft auch nach Farben, man kann sich nach einem bestimmten Farbton fühlen. Ich spreche oft mit Olson Rough und KaynBock über solche Sachen, da ich im Moment viel für die beiden arbeite. Grüße an dieser Stelle an die SUPERKUMPELZ!

Gab es Projekte, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind, weil sie sehr verrückt, gut oder schwierig waren?
Schwer mach ich mir Projekt eg. nie, weil ich immer sehr ordentlich arbeite. Das ist nämlich meistens die größte Schwierigkeit. Ansonsten habe ich wohl 2 sehr Anspruchsvolle Rapper in meinem Umfeld. Bei KaynBock und Olson muss alles passen. Egal ob Akkorde oder der Rhythmus der Hi Hat. Die bleiben sind somit wohl das Verrückteste und Schwierigste. Aber so kommt am Ende auch nur das Beste raus.
Ein verrücktes Ding war aber z.b damals als ich einen Anruf von Shiml & Montana Max bekommen habe, die noch einen Beat brauchten für die „Chronik II“ von Selfmade. Ich habe einfach was rübergeschickt, die haben ihr Ding gemacht und auf einmal chartet das Ding auf Platz 15. Das was für mich schon ein verrücktes Ding.

Neben der Studioarbeit sieht man dich auch ab und zu auf den Bühnen. Magst du die tobende Menge oder ist dir das gemütliche Studio lieber?
Ich mag lange Studio Nächte, wo man emotionale Songs macht, die Ruhe, wenn ich Sonntags am Rechner sitze und mein Ding mache.
Live ist was ganz anderes, da ist feiern, Stress, Liebe und Hass. Aber ich mach das gerne, es ist immer toll, wenn man den Leuten eine Freude macht. Zudem sind die Geschichten zu den Gigs immer wieder andere. In Kaiserslautern, habe ich z.b ein ganzes Hotel evakuieren lassen. Einen kleinen Einblick wird man in der nächsten Superkumpelz TV Folge sehen, die hoffentlich Ende des Jahres kommen wird.

Wen hörst du aktuell privat am liebsten?
Mein Arbeitskollege hat mir viel Kram aus den 80ern gegeben, Rock, Soul und Pop, dass hör ich im Moment viel.
Ansonsten Drake, The Weeknd und die kommende Olson Rough EP, die ihr noch nicht kennt. Das wird auf jeden Fall super. Hauptsache die Musik ist ehrlich und gut Produziert. Ich feier aber auch so Leute wie Vega und Haftbefehl. Dieses Straßenzeug bekomm ich seit meiner Jugend nicht mehr aus den Ohren, gute Unterhaltung und wichtig für Abfuck-Tage.

Wer ist dein Lieblingskünstler überhaupt?
Sowas ist immer schwer zusagen, Lieblingskünstler? Ich liebe die Jungs mit denen ich Musik mache. Punkt!

Mit wem würdest du gerne mal zusammenarbeiten?
Mit meiner Schwester, wenn sie mal größer ist, sie ist unheimlich musikalisch und talentiert. Sollte ich irgendwann mal Pop Sachen produzieren, wird die kleine Dame auf jeden Fall ihren Beitrag dazu beitragen.

Von Rappern her gesehen, würde ich gerne mal mit Franzosen zusammenarbeiten.

Ich bedanke mich bei Awe für das grandiose Interview!

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